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Jagdausbilderin Berlin

Jagdausbilderin Bettina Kopp: „Durchfallen ist verboten“

Bereits vor über 20 Jahren berichtete ich als Autor dieser Zeilen, über die damals erste deutsche weibliche Jagdausbilderin, Frau Bettina Kopp. Inzwischen heißt die Dame Bettina Hellmann und betreibt in Berlin eine erfolgreiche Jagdschule. Lesen Sie bitte unten, was ich damals in den Medien über Frau Hellmann (ehemals Kopp) berichtet habe.

Kontaktdaten
Jagdakademie Berlin
Saatwinkler Damm 47
13627 Berlin
Mobil:0177 – 68 23 083
E-Mail: info@jagdakademie-berlin.de
Web: https://www.jagdakademie-berlin.de


Blaue Augen, ein dunkelbrauner pfiffiger Kurzhaarschnitt und eine resolute Stimme. Das ist das, was man an Bettina Kopp zuerst bemerkt. Die junge Frau begrüßt einen mit kräftigem Händedruck und einem freundlichen Lächeln in grüner Fleecejacke, wie sie Jäger im Herbst tragen. Kein Wunder: Bettina Kopp ist Jägerin, eine der wenige Frauen in diesem Beruf. Aber das ist noch nicht alles: „Ich bin die einzige weibliche Jagdausbilderin“, erzählt sie nicht ohne Stolz. Stolz sein kann sie auch auf ihre Geschäftsidee:

Die Eröffnung eines bundesweit tätigen privaten Jagdausbildungs-Betriebes, den „Jägerhof Brandenburg“. Das hat es bisher noch nicht gegeben.

Jägerin mit Jagdmesser beim Aufbrechen eines Wildschweins

Jägerin mit Jagdmesser beim Aufbrechen eines Wildschweins

So war es bisher: Wenn sich 50 Kandidaten zur Jagdprüfung anmeldeten, fielen am Ende etwa 26 durch. Rund die Hälfte. „Dabei ist der Stoff gar nicht so schwer – nur halt sehr umfangreich“, erklärt Bettina Kopp. 100 Stunden Theorie sind vorgeschrieben und 30 Stunden auf dem Schießstand. Von einem künftigen Jäger wird nicht nur erwartet, dass er schießen und treffen kann, sondern dass er auch Hochsitze bauen und Wild ausnehmen kann, dass er Waffen- und Hundekunde beherrscht. Er wird ausgebildet in juristischen Bedingungen für die Jagd, in Waldbau, Wildkrankheiten und –hygiene. Bisher haben die Kreisjagdverbände ihren Nachwuchs fast ausschließlich allein ausgebildet, Referenten waren Jäger aus der Nachbarschaft. Der eine kannte sich in dem einen Gebiet gut aus, der andere im anderen. Gelehrt haben aber alle alles. Ergebnis: „Unheimlich viele Durchfälle“, sagt Bettina Kopp. Das will sie seit Oktober 2002 ändern. Mit ihrem Geschäftspartner Karl („Charly“) Chibiorz gemeinsam hat sie den „Jägerhof“ eröffnet, Deutschlands erste private waidmännische Aus- und Fortbildungsstätte eröffnet.

Jägerin mit Hund

Die Idee entstand in einer illustren Waidmann-Runde Anfang 2002, in der sich beide kennenlernten und feststellten, das sie die gleichen Idealvorstellungen von der Jägerei haben. Bettina Kopp lacht: „Beim dritten Glas Rotwein waren wir uns einig – wir gründen eine eigene private Jägerakademie“. Sie arbeitete damals als hauptberufliche Försterin, der 35jährige gelernte Physiker Cibiorz als selbständiger Fußbodenleger. Monate später hatten die beiden Berliner ihr gemeinsames Hobby zum Beruf und zu einer GmbH gemacht, die ihren Firmensitz rund 100 Kilometer nördlich entfernt von der Hauptstadt hat: Auf einem sogenannten Vierseitenhof, dessen Besitzer dort das Hotel „Märkische Höfe“ betreiben. „Der beste Sitz für unser Unternehmen. Gemütliche Unterkünfte, viel Platz für Seminar- und Ausbildungsräume, viel Landschaft und Jagdgebiet drumherum.“

Jagdausbilderin Berlin

„Wir bieten seit Oktober zwei verschiedene Unterrichtsblöcke an“, sagt Bettina Kopp. Jagdschüler können sich entweder an sieben Wochenenden oder in zwei 14tägigen Kursen auf die staatliche Prüfung vorbereiten lassen. Geboten wir dabei mehr als in den meisten Jagdausbildungen: „Wir setzen nur didaktisch geschulte Spezialreferenten ein, verbringen insgesamt pro Kurs 200 Stunden in Theorieunterrichten und 60 Stunden auf dem Schießplatz.“ Das ist doppelt soviel wie bisher, sogar eine Probeprüfung ist inbegriffen. Teilnehmen kann jeder, der bereits über praktische Jagderfahrungen verfügt und ein hervorragendes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen kann. „Mit unserer Vorbereitung wird die 50prozentige Durchfallquote ein Ende haben“, lächelt Bettina Kopp.

Neben den eigentlichen Jagdausbildungen wird es auf dem „Jägerlehrhof Brandenburg“ auch Fortbildungs- und andere waidliche Veranstaltungen geben. „Wir planen unter anderem Wild-Kochkurse, Diaabende von Jagdreisen, Vorträge von Büchsenmachern, Schießübungen, aber auch Lesungen und reine Klubabende, in denen Jäger ihr ‚Latein’ austauschen können“, erzählt Bettina Kopp mit visionär leuchtenden Augen.

Der erste Jagdausbildungskurs läuft bereits mit 14 Teilnehmern, die auch aus Berlin und Frankfurt/Oder angereist sind. Erste Tendenz? „Durchfallen haben wir verboten“, lacht die Schulleiterin.

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